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Anfangen

Es ist Montag Morgen, könnte aber auch jeder andere Tag der Woche sein. Ich bin aufgestanden, habe Kaffee getrunken, gelesen und mir anschließend Frühstück gemacht.
Jetzt wäre die Zeit, mich an meinen Schreibtisch zu setzen, den Rechner hochzufahren und mit meiner Arbeit, dem Schreiben zu beginnen. Wäre da nicht dieser innere Schweinehund, diese Stimme, die mir unablässig sagt, was ich sonst noch tun muss oder mal wieder machen sollte: Wohnung putzen, Keller aufräumen, einen ausgiebigen Spaziergang machen und so weiter. Sie wissen, was ich meine.
Putzen scheint so einfach zu sein. Ich kenne die Handgriffe, habe das schon tausendmal gemacht. Vor allem kann ich die Gedanken fliegen lassen. Ich muss mich nicht damit befassen, wie die Heldin wieder aus dem Schlamassel rauskommt, in den ich sie gestern schickte und wo sie noch immer verharrt.
Was also ist zu tun?

Keine zu hohen Erwartungen

Vor allem sollte man die Erwartungen an sich selber nicht zu hoch stecken. Nehmen Sie sich vor, eine halbe Stunde zu schreiben. Eine halbe Stunde, mehr nicht. Sie werden feststellen, dass Sie im Fluss sind, dass Sie einfach weiterschreiben und auf einmal ist nicht nur eine halbe, sondern eine ganze Stunde vergangen oder zwei. Wunderbar. Wenn Sie jetzt weitermachen wollen, bitte sehr.
Sollten Sie nicht in Fluss gekommen sein, haben Sie ihr Soll für heute trotzdem erfüllt und brauchen kein schlechtes Gewissen haben.
Wenn es Ihnen aber ständig passiert, dass Sie sich einfach nicht aufraffen können, sollten Sie einmal in sich gehen und Ursachenforschung betreiben.
Sind Sie überlastet?
Neben Arbeit, Familie und Freunden können die eigenen Bedürfnisse schnell zu kurz kommen. So schön der Akt des Schreibens auch ist, er bedeutet doch auch Anstrengung. Man muss Disziplin aufbringen und konzentriert bei der Sache bleiben. Aber vermutlich haben Sie das schon den ganzen Tag gemacht und jetzt wollen Sie einfach nur abhängen, lesen, fernsehen oder mit einer Freundin telefonieren. Mein Tipp: Machen Sie das!

Sie dürfen sich auch mal Ruhe gönnen

Es ist ganz wichtig, sich auch einmal Ruhe zu gönnen und nichts Produktives zu Stande bringen. Das Ziel sollte dabei aber nicht sein, Kraft zu tanken, auch wenn viele Ratgeber das empfehlen. Nein, es geht einfach nur darum, das Leben zu genießen und den Tag zum Abschluss zu bringen.
Wollen Sie überhaupt schreiben?
Klingt banal. Natürlich wollen Sie, sonst würden Sie es ja nicht tun. Aber denken Sie mal darüber nach, wie viel Sie wirklich tun, weil Sie es wollen, und wie viel Sie tun, weil es von außen an Sie herangetragen wird. Das fängt auf der Arbeit an und hört in der Freizeit auf. Gehen Sie zum Betriebsfest, weil Sie mit den Kolleginnen feiern möchten oder weil es Ihnen wichtig erscheint, dort gesehen zu werden. Brauchen Sie die Bewegung, die körperliche Anstrengung des Joggens oder überwinden Sie sich nur, weil Sie ständig lesen, wie wichtig Bewegung für die Gesundheit und die schlanke Linie ist?
Möchten Sie das Buch oder die Kurzgeschichte wirklich schreiben? Oder tun Sie es, weil das gerade jede tut, weil Sie eine Wette verloren haben oder aus einem anderen Grund?

Gute Planung

Haben Sie vielleicht nicht genügend geplant?
Es gibt Leute, die schreiben einfach drauflos und die Inspirationen fliegen ihnen zu, andere behaupten nur, dass es so sei und wieder andere müssen erst einmal genau planen, recherchieren und einen Plot entwerfen. Wäre es also möglich, dass Sie einfach drauflos geschrieben haben, ohne zu wissen wohin die Reise gehen soll? Dann legen Sie das Manuskript zur Seite und planen.
Auch ich bin jetzt schon eine halbe Stunde dabei und stelle fest, dass ich nun auch noch weitermachen kann.

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