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Kritik der Migration

von Hannes Hofbauer

Aus dem Klappentext: 

Massenwanderungen sind Ausdruck weltweiter Ungleichheit, deren Ursachen in Kolonialismus und Kriegen, Krisen und Umweltzerstörung liegen, die von Menschen gemacht werden und ökonomische und/oder geopolitische Interessen reflektieren. 

Der Massenexodus aus dem »globalen Süden« macht die negativen Folgen von Globalisierung nun auch in den europäischen Zentren spürbar. Eine politische Antwort darauf scheint nur die Rechte zu haben, indem sie statt einer notwendigen Kritik an der Migration die Migranten zu Sündenböcken macht. Die Linke hingegen sträubt sich, den strukturell zerstörerischen Charakter von Wanderbewegungen zu erkennen.

»Der Mensch war schon immer in Bewegung«

»Migration steckt uns in den Genen«

Mit diesen und ähnlichen Schlagzeilen, flankiert von Ausstellungen und Fernsehberichten, wird die Vorstellung vom Menschen als Weltbürger verfestigt. Heute Tokio, morgen Berlin, nächste Woche Ägypten.

Ich habe mich schon immer gefragt, ob das stimmen kann, denn ich persönlich kenne niemanden, der so lebt, geschweige denn Menschen, die ausgewandert sind. Zum Studium wechselt man den Wohnort, vielleicht auch mal beruflich, aber das ist keine Migration im herkömmlichen Sinne. 

Die Menschen, die aus einem anderen Land kommen, schließen sich in der Regel mit anderen Landsleuten zusammen. Das kann man in jeder Großstadt sehen, in der es deutsche, türkische oder italienische Viertel gibt.

Vor einiger Zeit hörte ich einen Vortrag von Hannes Hofbauer zu seinem Buch. Und schon in diesen zwei Stunden wurde mir bewusst, dass wir einmal mehr an der Nase herumgeführt werden. Migration ist demnach politisch gewollt oder durch Kriege und Umweltzerstörungen verursacht.

Selbst zur Zeit der großen Wanderbewegungen im 19. Jahrhundert migrierten nie mehr als 1% der Bevölkerung. Und die Gründe für die Migrationen waren damals die gleichen wie heute: Krieg, Vertreibung, Zerstörung des Lebensraumes und Armut.

Hannes Hofbauer gibt einen historischen Überblick über die Wanderbewegungen der Vergangenheit vom 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Er zeichnet ein anderes Bild über Gastarbeiter der Nachkriegszeit und die Arbeitsfreizügigkeit in der EU. Der Grund war immer, ArbeiterInnen zu spalten und die Löhne gering zu halten. Opfer sind nicht nur MigrantInnen, auch das Herkunfts- und das Aufnahmeland verlieren. Zurück bleiben leere Landschaften und entwurzelte Menschen.

 

Details:

Paperback

270 Seiten

20,-€

erschienen 2018 im Promedia Verlag

ISBN: 978-3-85371-441-6

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