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Partnerschaftsverbrechen

In meinem letzten Artikel über Intimizide bezog ich mich auf die Forschungen des Psychiaters Andreas Marneros. Nun bin ich bei meinen Recherchen auf eine Veröffentlichung des BKA zum Thema Partnerschaftsgewalt gestoßen. Dazu zählen EhepartnerInnen, PartnerInnen in nichtehelichen Lebensgemeinschaften, Menschen in eingetragenen Lebenspartnerschaften und Menschen aus ehemaligen Partnerschaften.
ExpartnerInnen sind laut Statistik die stärkste Bedrohung, während EhepartnerInnen auf Platz 2 und LebensgefährtInnen auf Platz 3 liegen.


Von welchen Verbrechen sprechen wir?

Von welchen Verbrechen sprechen wir?
Erfasst werden nicht nur Mord und Totschlag, sondern alle Verbrechen, die am Partner/ an der Partnerin verübt werden. Dazu zählen:

•     Mord und Totschlag (ohne Tötung auf Verlangen)
•     gefährliche Körperverletzung
•     schwere Körperverletzung
•     Körperverletzung mit Todesfolge
•     vorsätzliche einfache Körperverletzung
•     (angepasst) sexueller Übergriff, sexuelle Nötigung, Vergwaltigung

 

Seit 2017 werden außerdem noch folgende Straftaten eigenständig erfasst:
•    Bedrohung, Stalking, Nötigung (psychische Gewalt)1
•    Freiheitsberaubung
•    Zuhälterei
•    Zwangsprostitution


Was sagt die Statistik?

Leider nichts Gutes, denn seit 2014 steigt die Zahl der Opfer in einer partnerschaftlichen Beziehung kontinuierlich an, von 126.230 im Jahr 2014 auf 140.755 im Jahr 2018. Dabei überwiegen die sog. vorsätzlichen einfachen gefährlichen Körperverletzungen mit 60,9%. Schwere Körperverletzungen evtl. mit Todesfolge machen 12,3% der Fälle aus, Mord und Totschlag 0,3%.


Wer bedroht wen?

Die Antwort wird Sie nicht überraschen. Frauen sind mit über 80% wesentlich stärker betroffen als Männer, wobei der Anteil der männlichen Opfer leicht zunimmt. Ob diese leicht zunehmende Gewaltbereitschaft der Frauen aber ein Trend ist oder nur ein statistischer Ausrutscher, muss sich erst noch zeigen.
Zusammenfassend steht in dem Bericht, dass Körperverletzungen insgesamt zunehmen, nicht nur in Partnerschaften. Warum das so ist und ob die Straftaten tatsächlich mehr werden, gibt so eine Statistik natürlich nicht her. Möglich wäre auch, dass mehr Straftaten angezeigt werden als in den vergangenen Jahren.
Leben wir also wieder gefährlicher? Wie sich die Kriminalität insgesamt entwickelt hat, werde ich in einem späteren Artikel erzählen.

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