Gedanken zur Literatur

Gedanken zur Literatur · 12. August 2020
Je stärker die Frauen seit Beginn der Industrialisierung ins Haus verbannt wurden, umso stärker wurde das Lesen, vor allem von Romanen, eine weibliche Beschäftigung. In den Jahrhunderten vorher war es häufig der Hausherr, der laut aus der Bibel vorlas und somit das Wort Gottes verbreitete und seine Autorität verstärkte. Andere Bücher waren in den meisten Haushalten nur spärlich vorhanden, da sie einfach zu teuer waren. Mit Beginn der Aufklärung und allen gesellschaftlichen...

Gedanken zur Literatur · 05. August 2020
Vor einiger Zeit las ich das Buch »Gewalt« von Steven Pinker. Er vertrat darin unter anderem die These, wir Menschen seien heute weniger gewalttätig, weil wir uns durch das Lesen besser in andere Menschen, Zeiten und Orte hineinversetzen könnten. Es geht mir nicht darum, ob das stimmt oder nicht. Steven Pinker schrieb, bei Musterungen zum Ersten Weltkrieg habe man festgestellt, dass viele Männer in der Lage waren, einen Text zu lesen, aber den Inhalt verstanden sie nicht. Beispielsweise...

Gedanken zur Literatur · 01. Juli 2020
Der Buchhandel klagt über Umsatzeinbußen und das nicht erst seit der Zeit der coronabedingten Einschränkungen unseres Lebens. Ich kann aber versichern, dass ich nicht daran schuld bin, denn ich trage weiterhin einen großen Teil meines Geldes in die Buchhandlungen. Ich will hier aber nicht darüber spekulieren, ob der Onlinehandel den Handel vor Ort zerstört oder ob das Internet an allem Schuld ist oder die Streamingdienste, die die Menschen vom Lesen abhalten. Mir geht es um die Frage, was...

Gedanken zur Literatur · 16. Oktober 2018
Neulich hatte ich ein interessantes Gespräch an einem kleinen Bahnhof. Während ich auf den Zug wartete, las ich in Harry Potter und die Kammer des Schreckens. Ein junger Mann sprach mich an und fragte, warum man solch seichte Unterhaltung läse und nicht etwas, was einen geistig voranbringe.